Plus zwei weitere Neuheiten vom Experten für Spanntechnik: Mill-Turn-Spannfutter und DURO-A Longlife
Eine Weltpremiere und zwei Messeneuheiten: RÖHM präsentiert vom 15. bis 19. September auf der AMB in Stuttgart gleich mehrere Highlights aus der Welt der Spann- und Greiftechnik. In Halle 1, Stand 1E31, zeigt das Unternehmen neben dem neuen Mill-Turn-Spannfutter und dem Kraftspannfutter DURO-A Longlife mit der AiChuck erstmals die nächste Evolutionsstufe von „Smarter Clamping“.
Die neue Technologieplattform hat das Potenzial, „unsere Branche maßgeblich und dauerhaft zu verändern“, so Matthias Volz, Head of Business Development bei RÖHM.
Mit AiChuck den Zustand von Spannfutter und Spannprozess immer im Blick
Vom Spannkraftsignal zur Entscheidung: Mit der Technologieplattform AiChuck geht RÖHM den nächsten Schritt in Richtung intelligent vernetzter Spanntechnik.
Die bewährte Sensortechnik der iJaw wird direkt in die Grundbacke des Spannfutters integriert und macht die Kraftsituation in der Grundbacke sichtbar. AiChuck erkennt dabei nicht nur Auffälligkeiten hinsichtlich des Zustands des Spannfutters und im Spannprozess sowie Veränderungen im Kraftfluss, beispielsweise durch Reibung, Verschmutzung, fehlende Schmierung oder Verschleiß.
Die Technologie geht noch einen entscheidenden Schritt weiter: Aus den erfassten Daten soll auch möglicher Handlungsbedarf abgeleitet werden.
Wie lässt sich der Prozess optimieren? Genau hier setzt die Weiterentwicklung mit AiChuck an. RÖHM verfolgt das Ziel, mithilfe intelligenter Datenauswertung eine intelligente Entscheidungshilfe für Anwender zu schaffen. Neben dem Sammeln und Bereitstellen aller relevanten Daten über eine Maschinenschnittstelle mittels OPC-UA gehören dazu auch das Training einer Künstlichen Intelligenz mithilfe eines digitalen Zwillings in einer permanenten Feedbackschleife sowie die Abbildung unterschiedlicher Werte über ein Large Language Model.
„Wir nehmen es zum einen den Kunden ab, die Daten zu entziffern, und optimieren zum anderen den Spannprozess und erzeugen so sukzessive einen wertvollen ‚Fingerabdruck‘ der Maschine“, erläutert Matthias Volz.
Eine besondere Stärke der AiChuck-Technologie liegt in der Kombination aus integrierter Sensorik, intelligenter Datenauswertung und flexibler Backennutzung. Der Sensor beziehungsweise die Messintelligenz sitzt nicht in der wechselbaren Aufsatzbacke, sondern direkt in der Grundbacke.
Beim Spannbackenwechsel bleibt die Spannkraft- beziehungsweise Kraftübertragungsinformation dadurch erhalten. Anwender müssen also nicht für jede Backengeometrie eine separate intelligente Messbacke einsetzen, sondern können unterschiedliche Aufsatzbacken – von Standard- bis Sonderbacken – verwenden.
Das macht AiChuck besonders interessant für Fertigungen mit häufig wechselnden Bauteilen und unterschiedlichen Spannaufgaben. Gleichzeitig wird die Prozesssicherheit in automatisierten Fertigungen entscheidend unterstützt.
Mill-Turn-Spannfutter: Mehr Spannkraft bei reduzierter Bauhöhe
Mit dem neuen Mill-Turn-Spannfutter (RMT) präsentiert RÖHM eine weitere Messeneuheit auf der AMB. Das Spannfutter vereint ein zentrisch ausgleichendes 4-Backen-Prinzip mit einer zentralen Antriebsspindel und ermöglicht damit höchste Präzision bei der Spannkraftübertragung.
In Kombination mit der patentierten ACC-Technologie (Adjustable Clamping Force Compensation), einem einstellbaren Fliehkraftausgleich, lässt sich die Spannkraft gezielt auf Anwendung, Werkstück und Drehzahl abstimmen.
„Die damit erzielten hohen Spannkräfte schaffen Prozessreserven für anspruchsvolle Bearbeitungen und erlauben höhere Schnitttiefen sowie Vorschübe“, erklärt Matthias Volz.
Ein weiterer Vorteil ist die um rund 30 mm reduzierte Bauhöhe. Sie verbessert die Werkzeugzugänglichkeit, erhöht die Kollisionssicherheit und schafft optimale Voraussetzungen für die Bearbeitung nahe am Spannmittel sowie die Aufspannung höherer Bauteile.
So können auch komplexe Werkstücke in einer Aufspannung vollständig bearbeitet werden.
„Die Vorteile des Mill-Turn-Spannfutters haben damit aber immer noch kein Ende“, so Matthias Volz. „Das geringere Gewicht reduziert die Maschinenbelastung, erhöht die verfügbare Nutzlast und verbessert die Eignung für Maschinen mit begrenzter Tischzuladung.“
Kurz gesagt: Höhere Drehzahlen, hohe und dank ACC-Technologie gezielt einstellbare Spannkräfte, weniger Gewicht und eine geringe Störkontur sorgen für einen deutlichen Effizienzgewinn.
DURO-A Longlife: Nachhaltigkeit made by RÖHM
Konsequent auf den Kundennutzen ausgerichtet ist auch die zweite Messeneuheit, die RÖHM in Stuttgart präsentiert.
Mit dem patentierten Kraftspannfutter DURO-A Longlife für Werkzeugmaschinen sind bis zu 250.000 Spannzyklen ohne manuelle Wartung möglich. Bei dieser Weiterentwicklung des bewährten DURO-A Dreibackenfutters entfällt die manuelle Schmierung dank Kühlschmierstoff (KSS).
„Der Verzicht auf synthetische und natürliche Fette und Schmiermittel bedeutet nicht nur weniger Reinigungsaufwand, sondern stellt auch in puncto Nachhaltigkeit ein großes Plus dar“, so Matthias Volz.
Ein weiterer entscheidender Vorteil: Durch den Wegfall manueller Wartungs- und Schmierintervalle werden Unterbrechungen reduziert und die Maschinenverfügbarkeit maximiert. Die verfügbare Produktionszeit kann dadurch deutlich besser genutzt werden.
Ob Einzelteilfertigung oder Großserie – der Einsatz der Maschinen wird besser planbar. Gleichzeitig sorgt die gleichbleibende Spannkraft für hohe Prozesssicherheit und reproduzierbare Bauteilqualität.
Darüber hinaus passt das DURO-A Longlife zu nahezu allen Maschinenschnittstellen und vorhandenen Aufsatzbacken. Das macht auch das Nachrüsten besonders einfach.
Besucherinnen und Besucher können die Weltneuheit AiChuck sowie die beiden weiteren Neuheiten vom 15. bis 19. September auf der AMB 2026 in Stuttgart live erleben – bei RÖHM in Halle 1, Stand 1E31.
