Bei RÖHM kommen Mehrfach-Spannvorrichtungen nicht nur bei Kunden zum Einsatz – auch in der eigenen Fertigung setzt das Unternehmen gezielt auf diese Technologie, um Produktivität, Prozesssicherheit und Qualität weiter zu steigern. Die dabei gewonnenen Erfahrungen fließen direkt in die Entwicklung praxisgerechter Lösungen für Anwender unterschiedlichster Branchen ein.
Ein aktuelles Beispiel dafür liefert das RÖHM-Fertigungswerk in Dillingen, in dem unter anderem das manuell betätigte Drehfutter DURO-M hergestellt wird. Das Premium-Spannfutter mit Planspirale und Durchgang kommt auf konventionellen sowie horizontalen und vertikalen Dreh- und Fräsmaschinen ebenso zum Einsatz wie auf Rundtischen und Teilapparaten.
Um die Fertigung der Spannfutter weiter zu optimieren, nutzt RÖHM dort eigens entwickelte Mehrfach-Spannvorrichtungen aus dem eigenen Portfolio. Ziel war es, Bearbeitungs- und Nebenzeiten zu reduzieren sowie die Maschinenlaufzeiten zu erhöhen – mit messbarem Erfolg.
Reduzierte Nebenzeiten und höhere Produktivität
Durch den Einsatz einer selbst konstruierten 4-fach-Spannvorrichtung konnte die Bearbeitungszeit pro Teil um rund anderthalb Minuten reduziert werden. Gleichzeitig entfielen zahlreiche Nebenzeiten, etwa für Bestückung sowie Werkzeug- und Palettenwechsel. Insgesamt stieg die Produktivität um rund zehn Prozent.
„Wir benötigten eine kraftbetätigte Lösung mit erhöhter Genauigkeit, da die Bauteile aus einem vorgedrehten Rohling mit fertigen Bezugsflächen gefräst werden“, erklärt Magnus Strobel, Produktionsleiter in Dillingen. „In der zweiten Aufspannung werden die Teile über Spanntaschen innen plangespannt, um sie ohne Spannabdrücke sicher, verzugsfrei und ohne Störkonturen zu halten.“
Die eigens entwickelte 4-fach-Spannvorrichtung erwies sich dabei als optimale Lösung. Ausgehend vom vorgedrehten Rohling werden die Körper in zwei Aufspannungen komplett fertiggefräst. Die gleichzeitige Bearbeitung mehrerer Werkstücke reduziert die Nebenzeiten erheblich und verbessert die Auslastung der eingesetzten Heller HF5500 5-Achsmaschine.
Automatisierte Mehrfachspannung für die Backenfertigung
Auch bei der Herstellung der Stufenbacken für das DURO-M setzt RÖHM auf Mehrfach-Spanntechnik in der eigenen Produktion. Zum Einsatz kommt hier eine automatisierte Fertigungslösung bestehend aus einem Doppelspindler Chiron DZ 16 W, einem integrierten Industrieroboter sowie einer eigenentwickelten linearen 8-fach-Spannvorrichtung.
Der Roboter entnimmt die Rohteile aus einer Palette und führt sie der Mehrfachspannvorrichtung zu. Nach dem ersten Fräsvorgang der Unterseite werden die halbfertigen Teile zwischengelagert und anschließend in einer zweiten Aufspannung bearbeitet. Abschließend legt der Roboter die fertigen Bauteile geordnet in der Ausgangspalette ab.
Mit dem konsequenten Einsatz eigener Mehrfach-Spannvorrichtungen zeigt RÖHM, dass die Vorteile dieser Technologie nicht nur Kunden empfohlen, sondern auch in der eigenen Fertigung erfolgreich genutzt werden.
Blick in die Zukunft
„Aktuell planen wir, die Lösung um kraftbetätigte Zentrischgreifer zu erweitern, um künftig auch kubische Teile nach diesem Fertigungsprinzip bearbeiten zu können“, so Magnus Strobel.
